Interreg Projekt BioDiTOUR 

Folgende Projektpartner haben sich zum Interreg Projekt „BioDiTOUR“ zusammengefunden:

Raziskovalno Izobrazevalno Sredisce (RIS)

Obcina Kidricevo

Stadtgemeinde Deutschlandsberg

Verein zur Förderung des Naturparks Raab

Energieagentur Weststeiermark (eaw)

Das EU-Pojekt BioDiTOUR ist ein gemeinsames Interreg-Projekt von Österreich und Slowenien mit einer Laufzeit von 01.05.2020 bis 30.04.2022 und wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programmes für grenzüberschreitende Zusammenarbeit Interreg V-A Slowenien-Österreich mitfinanziert.

Das Projekt BioDiTOUR basiert auf der Suche nach Einklang zwischen der Erhaltung der Biodiversität und der Förderung und Entwicklung der wertvollsten Güter und Vorzeigepunkte im grenzüberschreitenden Großraum. Zu den Schlüsselherausforderungen des Projektes gehört es dabei die „natürlichen“ Vorzüge der einzelnen Grenzregionen aufzuzeigen.

Auf gesamteuropäischer Ebene wird die Biodiversität von gebietsfremden, invasiven Arten, sogenannten „Pflanzen-Fremdlingen“ (= Neophyten), bedroht. Um die ökologischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden der Neophyten gering zu halten oder zu vermeiden, zeigt das Projekt Möglichkeiten der Neophyten-Bekämpfung und Erhaltung der Biodiversität auch in grenzüberschreitendem Kontext auf.

Die Valorisierung der Biodiversität für die Entwicklung eines gesellschafts- und umweltfreundlichen, nachhaltigen Tourismus wird durch die Entwicklung von „Produkten“ im Rahmen eines aktiven, grenzüberschreitenden Bildungstourismus erreicht. Die Besucher/innen sollen motiviert werden, abseits ausgetretener Pfade, neu gestaltete, grüne Standorte eines sanften Tourismus in der Grenzregion aufzusuchen.

Die Schwerpunkte des grenzüberschreitenden Projekts zielen auf die Information und Bewusstseinsbildung der regionalen Bevölkerung und der grenzüberschreitenden Besucher/innen ab. Die innovativen Projektaktivitäten, beginnend mit der Forschungs-, Implementierungs- und Informationsstelle der Neophyten – Infostelle bis zur Entwicklung und Gestaltung der BioDiTOUR-Punkte (regionale, touristisch-informative, Infrastruktur) und nicht zuletzt die Entwicklung von regionalen Produkten und touristischen Dienstleistungen, erhöhen die Lebensqualität der lokalen Gemeinschaft und sichern gesellschaftliche und ökonomische „Vorteile“. Promotions- und Informationsinstrumente generieren touristischen Mehrwert im gesamten Grenzgebiet, erhöhen die Erkennbarkeit der Region, und sind ein Benefit für die gesamte, regionale Bevölkerung.

Workshop zur Bewusstmachung und Ausbildungseinrichtung

Thema: Invasive Neophyten und die Rolle der Artendiversität

Vortragende: Dr. Thomas Kern und Mag. Dr. Peter Köck (eaw)

 

Ort: Klimaschutzgarten Gosdorf

Datum/Zeit:  Mon.06.07.2020; 09 bis 12 Uhr

Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Veranstaltung:

Eine Schulklasse mit zukünftigen Kinderpädagoginnen und Kinderpädagogen (BAKIP Mureck)  sowie begleitendem Lehrpersonal.

Workshop zur Vorbereitung gemeinsamer Ausgangspunkte

Am Donnerstag 09.07.2020 fand im Au(s)blickehaus des Klimaschutzgartens in Gosdorf der Workshop zur Vorbereitung gemeinsamer Ausgangspunkte von 8:00 bis 12:00 Uhr statt. Bei diesem Workshop wurden grundlegende und strategische Planungen besprochen.

Anwesend waren: Dr.in Irmtraud Pribas, Mag. Dr. Peter Köck (beide EAW), Marianne Kiendl MBA (Stadtgemeinde Deutschlandsberg), Herr Karl Kahr, Herr Kern (beide Naturpark Raab), Mag. Tamara Muhic (RIS), Mojca Mesko (Obcina Kidricevo).

LRin Lackner auf Besuch in Deutschlandsberg

Besuch von Frau LRin Lackner im STADTGARTEN Deutschlandsberg

Am 21.10.2020 besuchte Frau LRin Ursula Lackner den Stadtgarten in Deutschlandsberg.

In einem Rundgang am Gartengelände wurde Frau LRin Lackner die Entstehungsgeschichte und die Philosophie vom Stadtgarten als Klimaschutz Botschafter erklärt und dessen Bildungsauftrag im praktischen Tun nähergebracht. Er ist ein wichtiger Ort der Information und auch der Erhaltung der Artenvielfalt im städtischen Bereich. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Canna Knollen ausgegraben, Hochbeete neu aufgefüllt und der Kompostbereich vergrößert. Frau LRin Lackner konnte sich im gemeinsamen Gespräch mit den Transitmitarbeiter/innen austauschen.

In einer sehr angenehmen Gesprächsatmosphäre wurde auch das länderübergreifende Interreg-Projekt „BioDiTOUR“ vorgestellt und über den derzeitigen Stand der Maßnahmen berichtet. Auch das Thema „invasive Neophyten in Gärten“ wurde kurz angesprochen.

Herr Bürgermeister Bernd Hermann in Vertretung der Klima- und Energiemodellregion Bad Gams-Deutschlandsberg-Frauental, hat auf das besondere Alleinstellungsmerkmal vom Stadtgarten als Klimaschutzbotschafter hingewiesen.

Presseartikel in der Weststeirischen Rundschau, Jahrgang 93,  Nummer 46

Presseartikel in der Woche Steiermark 11./12. November 2020

Besuch von Radio AGORA (Slowenien)

Am 17.11.2020 besuchte Frau Nika Skof (Radio Agora, Slowenien) sowohl das Haus der Energie (Energieagentur Weststeiermark) Deutschlandsberg als auch den Nymphenweiher in Niedergams. Im Haus der Energie wurden Frau Nika Skof von Frau Dr.in Pribas ausführlich die Grundlagen und Ziele des EU-Projekt BioDiTOUR präsentiert. Herr Mag. Dr. Peter Köck schilderte dann den Projektverlauf und erklärte die Bedeutung der Biodiversität und die Verbindung zum Ökotourismus. Auch das Thema invasive Neophyten wurde angesprochen. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Frauental, Herr Bernd Hermann war in Vertretung von Bürgermeister Mag. Josef Wallner (Stadtgemeinde Deutschlandsberg) vor Ort und erwähnte die Wichtigkeit solcher länderübergreifenden Projekte für die Kommunen. Abschließend besuchte Frau Skof in Begleitung von Mag. Dr. Peter Köck, Hans Lesar und Dr. Thomas Kern, noch den Nymphenweiher und wurde dort vor Ort über die invasiven Neophyten und den dort geplanten sanften Tourismus informiert. Im Rahmen ihres Besuches wurden noch Interviews gemacht. Diese wurden im Radio Agora gesendet. Der Zeitpunkt der Sendung war am Samstag 20.11.2020 von 13:00 bis 14:00 Uhr.

Zum Anhören der Sendung folgender LINK: https://cba.fro.at/480149

Mit Hilfe dieser Sendung von Radio Agora konnten unsere Themen und Aktivitäten in diesem länderübergreifenden Projekt BioDiTour auch den interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Slowenien vorgestellt und vermittelt werden.

Revitalisierung des Nymphenweihers

Ausgangsproblematik

Der Weiher bei Niedergams ist ein Naturbereich, in dem Tier- und Pflanzenarten ein Rückzugsareal haben und gleichzeitig ladet er auch zu einem Rundgang um das Gewässer zu ein.

Bei Begehungen wurden invasive Neophytenvorkommen entdeckt. Von ökologischer Seite können invasive Neophyten zu einem Problem werden. Vom Klimawandel begünstigt können sie sich durch ihre hohe Anpassungs- und Konkurrenzkraft sehr rasch zu Monokulturen entwickeln und die heimische Vegetation verdrängen. Sie haben eine nicht zu unterschätzende Resistenz gegen Trockenheit, Hitze und auch gegen Kälte. Nur das fachgerechte Entfernen mit gleichzeitigem Begleitmonitoring sind wirksame Methoden, um der Ausbreitung der invasiven Neophyten gegenzusteuern.

Am Nymphenweiher und seiner unmittelbaren Uferbegleitvegetation sind momentan der japanische Staudenknöterich, das drüsige Springkraut, die Kermesbeere sowie in marginaler Anzahl die Goldrute präsent. Als Bekämpfungsmaßnahmen sollen die schon seit Jahren bewährten Methoden des „Neophytenmanagements Au(s)blicke Gosdorf“ angewendet werden.

Wertigkeit als Naturraum

In der Ökologie hat die Biodiversität im Gegensatz zu Monokulturen einen großen Stellenwert. Je größer die Artenvielfalt desto stabiler ist das Kreislaufsystem. Leider werden viele Tierarten, besonders Insekten, aber auch Pflanzen durch den Menschen verdrängt. Deshalb sind so manche Tier- als auch Pflanzenarten auf solche Rückzugsgebiete angewiesen. Ein Artenverlust verläuft meist unbemerkt und schleichend und wird oft erst wahrgenommen, wenn die Verluste oft schon schwerwiegend und oft irreversibel sind.

Wertigkeit als Erholungsraum

Das Wohlbefinden der Menschen ist sehr oft von seinem unmittelbaren Lebensraum abhängig. In einer Zeit des Lärms und des Stresses suchen Menschen an solchen Plätzen oft vermehrt Ruhe, Entspannung und Erholung. Das Verweilen baut Stress ab, beruhigt die Nerven und besänftigt Geist und Körper. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Menschen sich von jeher zu Gewässern hingezogen fühlen. Die Wasserfläche mit den Spiegelbildern der umgebenden Bäume und der umgebenden Natur schaffen einen besonderen Ort der Ruhe und Entschleunigung.

Invasive Neophyten:

Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica), Kermesbeere (Phytolacca americana), Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) und Kanadische- und Riesen-Goldrute (Solidago canadensis und Solidago gigantea).

Das Problem der invasiven Neophyten beruht darin, dass sie beim Einwandern in ein Biotop, in kurzer Zeit die heimische Vegetation überwuchern.  Ihre Dominanz und ihr üppiger Bestand wird oft auch noch durch den Klimawandel begünstigt.

Bei sensiblen Arealen sollte daher gegengesteuert werden, indem man diese invasiven Neophyten möglichst frühzeitig entfernt.

Leider haben sich invasive Neophyten wie der Japanische Staudenknöterich, das Drüsige Springkraut, die Kermesbeere und die Goldruten in einigen Bereichen rund um den Nymphenweiher angesiedelt.

Um hier ein Ausbreiten dieser Neophyten zu Ungunsten der heimischen Pflanzen und Tiere zu verhindern und um den Rundgang um den Teich für einen sanften Tourismus zu gewährleisten, ist ein baldiges Entfernen der invasiven Neophyten sehr wichtig, bevor sich die Situation irreversibel weiterentwickelt.

Revitalisierung des Areals (Möglichkeiten sanften Tourismus mit gleichzeitiger Erhaltung der Artenvielfalt und grundlegenden Informationen zum Biotop Stillgewässer umzusetzen)

Natur und Tourismus muss kein Widerspruch sein, aber es soll ein sanfter Tourismus sein. Dabei soll den Menschen die Gelegenheit gegeben werden sich, im Einklang mit der Natur, zu erholen und auch die Natur besser kennenzulernen.

Der Nymphenweiher soll zu einem solche revitalisierten Areal werden. Hier soll die Artenvielfalt ermöglicht und gefördert werden, indem man nicht heimische Pflanzen wie die invasiven Neophyten entfernt, um der heimischen Vegetation und ihrer Tierwelt auch weiterhin eine Lebensgrundlage zu ermöglichen.

Aber auch erholungssuchende Menschen sollen hier am Nymphenweiher willkommen sein. Besonders Schulklassen, Naturliebhaber, Wanderer, Touristen und auch Besucher jenseits der Grenze sind Zielgruppen dieses länderübergreifenden Projektes. Sie können das Areal als Erholungsort oder als Bildungsstätte nutzen und sich auf Informationstafeln über ökologische und biologische Themen informieren.

Um das Areal touristisch nutzen zu können, muss auch eine Infrastruktur, wie Schaffung von Ruheplätzen mit Holztischen und Bänken sowie Abfallkörben, geschaffen werden. Wenn möglich soll auch eine Beobachtungsplattform errichtet werden, auf der Besucher die Tiere beobachten können, ohne diese nachhaltig zu stören. Ebenso sollen Insektenhotels entlang des Rundweges aufgestellt werden, in denen Insekten ganz nah beobachtet werden können.

Wichtig ist, dass das gesamte Areal sowohl von der lokalen Bevölkerung als auch von Touristen aus nah und fern genutzt werden kann. Um diese Zielsetzungen zu erreichen ist die Einbindung von Gemeinde, Anrainer (Waldbesitzer), Tourismusverband von großer Wichtigkeit. Nur gemeinsam kann man erreichen, dass Naturschutz und Tourismus länderübergreifend als gemeinsame Partner Naturbereiche schaffen, in denen sanfter Tourismus stattfinden kann.

Entfernung der Neophyten

 

Vor Beginn der Praktischen Arbeiten (entfernen der Invasiven Neophyten) gab es mit Herrn Josef Heinzl (Bauamt der Stadtgemeinde Deutschlandsberg) vor Ort eine Begehung, um die Grundstückgrenzen entlang des Nymphenweihers zu besprechen. Es stellte sich heraus, dass sich ein Großteil der invasiven Neophytenbestände auf Grundstücken der Stadtgemeinde Deutschlandsberg befindet.

An der südlichen Grundstücksgrenze liegt ein Grundstück, dass nicht zur Stadtgemeinde Deutschlandsberg gehört. Hier konnte mit dem Besitzer vereinbart werden, dass etwaige invasive Neophytenbestände auf der Grundstücksgrenze bzw. auf seinem Grundstück entfernt werden können.

Danach wurde der Arbeitsplan, die vorgesehenen Arbeitstage sowie der genaue Ablauf und auch der Zeitverlauf bei einer Besprechung mit Herrn Hans Lesar festgelegt. Gemeinsam mit seinen MitarbeiterInnen wurde dann mit den Vorbereitungen für das Neophyten-Management begonnen.