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95 Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) in 819 Gemeinden setzen Klimaschutzprojekte um. Seit 01.12.2018 zählen auch die Stadtgemeinde Deutschlandsberg, Bad Gams und die Marktgemeinde Frauental dazu.

Keine Abhängigkeit mehr von teuren Erdölimporten, keine Angst mehr vor Gaskrisen – stattdessen saubere Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie aus der Region. Die österreichischen Klima- und Energie-Modellregionen verfolgen genau dieses Ziel. Und sie sollen Vorbilder für andere Regionen werden. Die langfristige Vision: 100 % Ausstieg aus fossiler Energie.
Zentrales Element jeder Modellregion ist ein-e ModellregionsmanagerIn. Gemeinsam mit Partnern aus der Region werden Projekte in folgenden Bereichen umgesetzt.

  • Erneuerbare Energie
  • Reduktion des Energieverbrauchs
  • Nachhaltiges Bauen
  • Mobilität
  • Landwirtschaft
  • Bewusstseinsbildung

Klima-und Energie-Modellregionen ist ein Programm des Klima- und Energiefonds. Im Rahmen des Programms werden regionale Klimaschutzprojekte und das regionale Modellregionsmanagement ko-finanziert. Klima- und Energie-Modellregion zu sein bietet Zugang zu einem breiten Netzwerk sowie exklusiven Schulungen, Unterstützungen und Förderungen. (Quelle: www.klimaundenergiemodellregionen.at9

Öffentlichkeitsarbeit und Information zur Bewusstseinsbildung

Der Stadtgarten Deutschlandsberg ist per se Ort der breitenwirksamen Öffentlichkeitsarbeit für die Ziele und Tätigkeiten der Klima- und Energie- Modellregion. Gemeinsam mit dem Haus der Energie sind es Veranstaltungsorte, wo sich die Bevölkerung, Schulen, die Klima- und Energie- Modellregion, Gemeinden und ExpertInnen begegnen und die Themenkomplexe der Klima-und Energie- Modellregion auf vielfältige Art und Weise leicht verständlich vermittelt werden. Unser Bildungsprogramm richtet sich an Alle und fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die BesucherInnen werden zu den definierten Schwerpunkten der Klima- und Energie- Modellregion – Energie, Klimaschutz, Klimawandel und Klimawandelanpassung – am großen Gartengelände bei Gartenführungen, Workshops, Vorträgen etc. und im Haus der Energie bei Hausführungen (Heizungssystem aus einem Mix aus erneuerbaren Energieträgern mit Monitoring) „abgeholt“ und informiert. Umfassendes Informationsmaterial wird auch in Form von „KEM-Produkten“ weitergegeben wie zum Beispiel heimische Bienenfutterpflanzen in Töpfen, oder ein KEM-Kräuter Tee aus dem Stadtgarten. Im Bereich der sozialen Medien ist die Klima- und Energie- Modellregion auf facebook mit ihren Aktivitäten regelmäßig vertreten. Die KEM ist in einem großen Netzwerk mit lokalen und regionalen Medien aber auch grenzüberschreitend zu Slowenien verankert.

(Foto links: Quelle: Marktgemeinde Frauental a. d. L.)

 

Der Stadtgarten Deutschlandsberg als Klimabotschafter

Der Klimawandel ist heute längst nicht mehr ein rein akademisches Problem, sondern er ist nicht nur global und auch in den regionalen Bereichen spürbar, obwohl viele Menschen noch immer glauben, dass der globale Klimawandel eher ein „theoretisches Problem“ mit unsicheren Rechenmodellen ist. Für viele Menschen, Pflanzen und Tiere auf unserer Erde ist er aber längst eine reale Bedrohung für die Existenz. Gegenmaßnahmen auf allen Ebenen sind deshalb längst notwendig. Bewusstseinsbildung, indem man gegenwärtiges Wissen hinterfragt und verbleibende Unsicherheiten beleuchtet, ist mittels Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Dabei sollen Antworten auf die Frage, was kann man als einzelner Mensch für den Klimaschutz machen gegeben werden. Der Stadtgarten Deutschlandsberg kann hier als Klimabotschafter fungieren und unter dem Motto: „Wissen – Verstehen – Schützen“ versuchen, Möglichkeiten aufzuzeigen wie man das eine oder andere Problem, theoretischer oder praktischer Natur, umgehen könnte. Das Wissen soll der breiten Bevölkerung und auch schulisch organisierten Gruppen mittels Veranstaltungen (Gartenführungen, Vorträge und Workshops) vermittelt werden.

 

Klimawandelanpassung im kommunalen Handeln

Eine der Maßnahmen in der Klima- und Energie- Modellregion ist dem Schwerpunkt Klimawandelanpassung im kommunalen Handeln gewidmet.

Gemeinden und somit auch ihre EinwohnerInnen sind oftmals unmittelbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Fehlende Ressourcen oder fehlendes Praxiswissen erschweren jedoch vor allem in kleinen und mittleren Gemeinden eine vorausschauende Berücksichtigung dieser Entwicklungen. Die im Projekt beteiligten KEM-Gemeinden werden vom Land Steiermark im Rahmen des EU-Projektes Life Local Adapt unterstützt, einen lokalen Anpassungsplan zu erstellen und erforderliche Maßnahmen auf Gemeinde Ebene zu erarbeiten und umzusetzen. In diesem Sinne nehmen die beiden KEM Gemeinden, die Stadtgemeinde Deutschlandsberg und die Marktgemeinde Frauental a. d. L. hierbei eine Vorreiterrolle ein.

Das Projekt umfasst die Vermittlung von praxisnahem Wissen zur Klimawandelanpassung in kommunalen Aufgaben, die Ergänzung kommunaler Ressourcen zur Integration von Klimaanpassungsaktivitäten sowie die Unterstützung der KEM-Gemeinden zur Umsetzung konkreter Klimaanpassungsmaßnahmen aufgrund von zwei gemeinsam ausgearbeiteten Aktionsplänen sowie Faktenblätter zu Wetterextrem-Ereignissen für die Stadtgemeinde Deutschlandsberg und die Marktgemeinde Frauental. Es ist festzuhalten, dass es sehr positive Rückmeldungen und auch großes Interesse aus den Gemeinden zu den Aktionsplänen gibt.

(Fotos unten : Quelle: Marktgemeinde Frauental a. d. L.)

 

JungforscherInnen im Stadtgarten Deutschlandsberg dem „Klimabotschafter“ der Klima- und Energie- Modellregion Bad Gams I Deutschlandsberg I Frauental  

Am 17.09.2019 und am 27.09.2019 wurden für die 2. und 3. Klassen der VS Frauental an der Lassnitz eine Exkursion und eine Stadtgartenführung durchgeführt. Bei einem Spaziergang entlang der Lassnitz wurde den Schülerinnen die Wichtigkeit der Artenvielfalt und des Klimaschutzes entlang von Fließgewässern nähergebracht. Es wurde auf die Problematik der invasiven Neophyten hingewiesen und auch Maßnahmen der Bekämpfung dieser Neophyten erklärt. Bei dieser Exkursion erfuhren die SchülerInnen auch noch andere interessante Dinge von den Tieren und sonstigen Pflanzen entlang der Lassnitz. Bei der Stadtgartenführung wurde den sehr interessierten SchülerInnen die Wichtigkeit der Gärten für den Klimaschutz erläutert. Mag. Dr. Köck wies auf die Wichtigkeit der „Gemüse und Kräuter“ als Lebensmittel hin und erklärte die Folgen des Klimawandels für diese Nutzpflanzen. Einzelne im Stadtgarten wachsende Kräuter wurden auch für eine „Kräuter-Aufstrich-Jause“ verwendet. Die SchülerInnen schmierten und belegten sich mit größter Begeisterung ihre eigenen Brötchenkreationen. Als Abschluss wurde den Klassen ein Diplom überreicht, das sie als Experten für invasive Neophyten auszeichnete. Die PädagogInnen und der ebenfalls an der Stadtgartenführung teilnehmende Bürgermeister der Marktgemeinde Frauental an der Lassnitz, Herr Bernd Hermann, erhielten im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit der Klima- und Energie- Modellregion Bad Gams I Deutschlandsberg I Frauental jeweils eine Teemischung bestehend aus Kräutern aus dem Stadtgarten.

 

GIRO TO ZERO – Tour de KEM

Unter dem Motto 95 KEM Regionen – 1 gemeinsames Ziel radelten die KEM Manager Herwig und Simon alle 95 KEM Regionen in ganz Österreich an. Wir freuten uns sehr über ihren Besuch bei uns in der Klima- und Energie- Modellregion Deutschlandsberg I Bad Gams I Frauental. Wir stellten Ihnen unser Projekt näher vor und zeigten Ihnen das „Haus der Energie“ und den Stadtgarten Deutschlandsberg, den „Klimabotschafter“ unserer KEM. Das angenehme Gespräch und der interessante Austausch über unsere Projekte werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Im Anschluss noch ein kurzer Auszug aus dem TOURTAGEBUCH von Herwig und Simon auf der Giro-to-Zero Homepage:

…..Und so erreichten wir wie fast immer früher als geplant unser letztes Wochenziel Deutschlandsberg. Besser gesagt das Büro der Energie Agentur Weststeiermark wo wir die Geschäftsführerin Irmtraud Pribas und ihr Team kennen lernen durften. “Wenn wir den Klimawandel wirklich ernst nehmen wollen, müssten wir das machen was uns am allerschwersten fällt: verzichten!” erklärt uns Irmi und zeigt damit eines der auffälligsten Merkmale ihres Bürostandortes her. Das Büro der EAW besteht zu hundert Prozent aus Einrichtungsgegenständen zweiter Hand, hier gibt es nichts Unnötiges und man versucht so gut es geht, Produkte aus eigenen Mitteln herzustellen. Im Büro liegen einige Holzkörbe mit Blüten und Kräutern, die zum trocknen aufgelegt werden, eine Mitarbeiterin entkernt Engelwurzsamen und auf dem Tisch steht selbst hergestelltes Kräutersalz. Irmi und ihre MitarbeiterInnen zeigen was es heißt, sparsam und damit klimafreundlich zu leben…….. “I